Karlsruhe, 30. Januar 2012. Unter dem Titel „Wissen in den Köpfen strategisch nutzen“ wird Franz Reinisch, Vorstandsvorsitzender reinisch AG, am 13. Februar 2012 auf Einladung des Instituts österreichischer Wirtschaftsprüfer (IWP) in Wien referieren. Zentrale Themen des Vortrags sind aktuelle Methoden des Wissensmanagement, die Wissensbilanzierung im Rahmen von Intellectual Capital Reports und die Erfassung des Humankapitals zur Erweiterung von Balanced Score Card-Systemen sowie für die Unternehmenssteuerung und -bewertung.
Neben klassischen Aktivposten gewinnt das intellektuelle Kapital von Unternehmen zunehmend an strategischer Bedeutung. Insbesondere für Unternehmen in wissensintensiven Branchen wie Consulting und Engineering sind Interaktion und Wissen relevante Produktionsfaktoren. Zur Verwirklichung von Unternehmenszielen gilt es daher, Wissenspotenziale zu nutzen und weiterzuentwickeln, Wissen und Erfahrungen zu sichern und zu verteilen sowie Wissensverluste zu minimieren – dies gelingt mit den Methoden des Wissensmanagement.
Die Basis für zielgerichtete Maßnahmen zur Weiterentwicklung des intellektuellen Kapitals bildet eine Wissensbilanzierung, dokumentiert in einem Intellectual Capital Report (ICR). Als Teil der Unternehmenssteuerung zeigt der Report das intellektuelle Kapital von Mitarbeitern und Organisationen. Differenziert nach Human-, Struktur- und Beziehungskapital erfasst die Analyse das Wissen und die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die Struktur der Organisation und ihre Kommunikation sowie die Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern. Implizites Wissen wird transparent, Wissenspotenziale darstellbar und die Unternehmensstrategie lässt sich in gezielte Maßnahmen umsetzen. Zusammen mit den ökonomischen Kenngrößen der Finanzbilanz ermöglichen die Erkenntnisse des ICR eine differenzierte Abstimmung der operativen und strategischen Unternehmensführung. Mit Blick in die Zukunft erfahren Intellectual Capital Reports als Teil der Unternehmensbilanz sowie eine ökonomische Bewertung des Wissenskapitals eines Unternehmens steigende Relevanz.
Übertragen auf die Praxis wird zur Erstellung eines ICR auf Ebene der Unternehmensführung festgelegt, welche Wissensziele in Relation zur Unternehmensstrategie erreicht werden sollen. Anschließend werden in Mitarbeiter-Workshops Erfolgsfaktoren identifiziert, mit denen sich die Ziele für das intellektuelle Kapital realisieren lassen. Darauf basierend erfolgt die Bewertung der Faktoren nach den Kriterien Qualität, Quantität und Systematik – dem Herzstück der Wissensbilanzierung. Neben der Bewertung ist die Analyse von Zusammenhängen und wechselseitigen Beziehungen elementar, sie offenbart die Faktoren mit dem größten Einfluss auf den Geschäftserfolg. Fixiert in Bewertungs- und Potenzialdiagrammen zeigen sich die Wirkungsstärke der Einflussfaktoren, ihre Bewertung sowie ihr Entwicklungspotenzial. Damit der Prozess nicht bei der Verteilung des ICR endet müssen die Impulse aus der Analyse zur Entwicklung des intellektuellen Kapitals in konkrete Projekte umgesetzt werden. Der ICR dient somit als Angelpunkt für die Unternehmensgestaltung.
Aus unternehmensinterner Sicht erweitert die explizite Erfassung des komplexen Wissenskapitals das Kennzahlensystem der Balanced Score Card. Die aktive Einbindung der Mitarbeiter in die Analyse unterstützt die Unternehmenskultur, ihr Beitrag für das Unternehmen wird direkt erfahrbar. Als aktives Medium der Strategieumsetzung ermöglicht es der ICR, das intellektuelle Kapital eines Unternehmens zu steuern und operative Aktivitäten des Wissensmanagements zu initiieren. Extern betrachtet, stärken die transparente Darstellung von Innovations- und Wissenspotenzial sowie die Kommunikation der Erkenntnisse das Vertrauen in das Unternehmen bei Stakeholdern und Kunden.
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